Inhalt

 

Legende                                                                                                    9

Verlängerungen                                                                               

Wo sein?

   1. Globaler Raum                                                                                    21

   2. Lokaler Raum                                                                                     35

      Da sein                                                                                               37

      Da draußen sein                                                                                  57

   3. Temps du monde – Weltzeit und Weltwetter                                          81

Ausbreitung                                                                                        

Was tun?

   1. Virtuelle Räume                                                                                 111

      Arbeiten                                                                                            111

      Netze                                                                                                133

   2. Verzauberung                                                                                    145

   3. Unterricht                                                                                          163

                                                 Wer sein?                                            191

Nächster, Nächstes                                                                       

Wie tun?

   1. Gewalt                                                                                              203

   2. Vertrag                                                                                             227

   3. Distanz und Nähe                                                                              229

                            Auf welchem Weg wohin gehen?                        245


Legende zur leichteren Lektüre dieses Atlas
 
 

Wie sollen wir uns ohne Stadtplan in einer Stadt zurechtfinden? In den Bergen, auf dem Meer und manchmal auch auf den Straßen finden wir uns ohne Karten nicht zurecht. Wo sind wir, und was sollen wir tun? Ja, wohin sollen wir uns wenden, um wohin zu gelangen?

Als Sammlung nützlicher Karten zur Orientierung bei Ortsveränderungen hilft ein Atlas, solche Probleme zu lösen. Wenn wir uns verirrt haben, finden wir uns mit seiner Hilfe wieder.

   

Die neue Welt

 
Wozu die Texte und Tafeln des nachfolgenden Atlas?

Heute ist alles im Wandel: die Wissenschaften, ihre Methoden und ihre Er­findungen, die Weise, die Dinge zu verändern; die Technik, also auch die Ar­beit, deren Organisation und die sozialen Beziehungen, die sie erfordert oder zerstört; Familie und Schule, Büro und Fabrik, Stadt und Land, Staat und Poli­tik, Wohnen und Reisen, Grenzen, Reichtum und Armut; die Art, Kinder zu machen und aufzuziehen, Kriege zu führen und sich gegenseitig auszurotten; Gewalt, Recht, Tod, Spektakel … Wo werden wir wohnen? Mit wem werden wir zusammenleben? Wie werden wir unseren Lebensunterhalt verdienen? Wohin werden wir auswandern? Was sollen wir wissen, lernen, lehren, tun? Wie sol­len wir uns verhalten?

Kurz: Wie sollen wir uns in der globalen Welt zurechtfinden, die gerade entsteht und an die Stelle der alten, nach unterschiedlichen Orten wohl klassi­fizierte Welt tritt? Der Raum selbst verändert sich und verlangt andere Weltkarten.

 
Virtuelle Räume

 

Eine der wichtigsten unter diesen Veränderungen betrifft Wohnen und Rei­sen. Als wir noch auf pathetische Weise an den Ort unserer Geburt gebunden waren und hoffen durften, unsere Lieben niemals zu verlassen, fuhren wir dennoch hierhin oder dorthin und unternahmen gelegentlich gar eine Welt­reise. Besichtigten wir die Räume eines antiken Museums?

Heute reisen wir nicht mehr auf diese Weise, und damit hat sich auch un­ser Wohnen verändert. Schon seit langem telefonieren wir bis in die entle­gensten Winkel der Erde. Von dort kommen Bilder zu uns, die uns nicht mehr in Erstaunen versetzen. Über tausend Meilen hinweg können wir uns zu einer Telekonferenz zusammenfinden und sogar gemeinsam arbeiten. Wir sind an­derswo, ohne einen Schritt zu tun. Wo hat diese Unterordnung stattgefunden? In unserem Zimmer in Paris? In Florenz, von wo der Freund uns antwortet? Oder irgendwo dazwischen? Nein. An einem virtuellen Ort. Die alten Fragen nach Ort und Raum: wo wir beide sprechen und welchen Weg unsere Bot­schaften nehmen…, scheinen zu schmelzen und sich auszubreiten, als sorgte eine neue Zeit auch für eine neue Ordnung des Raumes. Das Sein expandiert.

Die virtuelle Welt der Kommunikation löst die alten Grenzen auf und er­obert neue Räume. Sie tritt neben das Reisen und ersetzt es vielfach sogar. Die Seiten des alten geographischen Atlas verlängern sich in Netze hinein, die sich nicht um jene Küsten, Grenzen, jene natürlichen oder historischen Hin­dernisse scheren, deren komplizierten Verlauf die Karten einst aufzeichneten. Die Botschaften halten sich nicht an die Pilgerwege. Wissenschaft und Tech­nik befassen sich heute gleichfalls mehr mit dem Möglichen als mit der Wirk­lichkeit; auch unsere Reisen und Begegnungen, unsere Wohn- und Lebens­räume sind zunehmend virtuell statt real. Können wir uns in solchen virtuellen Gebilden überhaupt aufhalten?

Aber suchen wir, genauer besehen, unsere Bleibe nicht seit Anbeginn der Menschheit in unserem Kopf und in unseren Träumen? In einer langsamen Wiederherstellung des Gleichgewichts wurzeln unsere neuesten Entwicklun­gen in Jahrtausende alten Gewohnheiten, die wir nur nicht wahrgenommen hatten. Dieses Buch beschreibt beides, denn wir vermögen uns fremdartigen Techniken bestens anzupassen, wenn sie uns in eine bekannte Welt zurückführen.

Dieser Atlas projizierte die alte und die neue Welt aufeinander.