Zitat
Merve Mobil
Nils Röller - Ahabs Steuer
Gesamtprospekt alphabetisch
257. Hartwig Rademacher
Akute Literatur

77 Seiten 8 EUR ISBN 3-88396-191-4 Berlin 2003

"Das Drama ist nämlich, daß das Unvermögen zu schreiben einem noch keineswegs das Verlangen danach nimmt." (Marcel Bénabou, Warum ich keines meiner Bücher geschrieben habe). Hartwig Rademacher, geboren 1969 in Paderborn, studierte Psychologie in Bielefeld und Boca Raton. Er lebt in Bielefeld.

wams / arrog.antville / 159. Norbert Radermacher / 114. Steve Reich
310. Jacques Rancière
Ist Kunst widerständig?

109 Seiten 8,- Euro ISBN 978-3-88396-244-3
Herausgegeben, übersetzt und um ein Interview ergänzt von Frank Ruda und Jan Völker

Rancière schreibt über den Streit. Über den Streit, der die Politik gründet und den Streit, den die Ästhetik entfachen kann. Der Politik geht eine Aufteilung des Sinnlichen und somit eine ‚erste Ästhetik’ vorweg – Politik selbst ist der Streit um die Anordnung des Sichtbaren und Sagbaren. Jacques Rancière identifiziert drei große historische Formationen dieser Ordnungen des Sinnlichen: das ethische Regime, das Repräsentations-Regime und das ästhetische Regime der Kunst. Den Einsatz des ästhetischen Regimes, das unser Denken bis heute fundiert, markiert Rancière mit Schiller. Geprägt ist es von einer Ambivalenz, die Kunst zum einen als eigenen Erfahrungsraum denkbar macht wie auch zum anderen als einen Erfahrungsraum beschreibt, der ein allgemeiner Erfahrungsraum aller werden könnteund somit dem Ästhetischen ein revolutionäres Potential einschreibt.

Jacques Rancière, Philosoph, lehrt Philosophie an der Université de Paris X und an der Université de Picardie.
271. Hans-Jörg Rheinberger
Iterationen

128 Seiten 9,80 EUR ISBN 3-88396-205-8 Berlin 2005

Die fünf unter diesem Titel versammelten Arbeiten kreisen alle um das Moment des Suchens und des Unvorwegnehmbaren im Vorgang wissenschaftlicher Forschung. Ihre Entstehung überstreicht einen Zeitraum von zehn Jahren. Sie vermitteln so ein Bild von der Bewegung eines Denkens, das seinen Ausgangspunkt sowohl von der Erfahrung des Labors wie auch von der Textarbeit Jacques Derridas genommen hat. Seinem Andenken ist dieses Buch auch gewidmet. Hans-Jörg Rheinberger, geb. 1946, studierte Philosophie und Molekularbiologie, übersetzte zusammen mit Hanns Zischler die Grammatologie von Derrida und ist seit 1997 Direktor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

de:bug / nzz / inhalt+auszug / verso / 265. Gerwald Rockenschaub, Otto E. und Reimara Rössler / 273. Georges Henri Rivière
277. Nils Röller
Ahabs Steuer.
Navigationen zwischen Kunst und Naturwissenschaft

142 Seiten 10,80 EUR ISBN 3-88396-211-2 Berlin 2005

Charles Olson, Melville-Forscher, Dichter, Theoretiker der Beat-Generation, Politiker, Maya-Experte und Amateurarchäologe, fordert die Künstler des Black-Mountain College 1951 auf, ihre Subjektivität neu zu fassen. In Melvilles Roman Moby Dick entdeckt Olson Raumzeitkünste und mediale Strategien, die gestatten, das von Industrie, Konsum und Ego-Sucht gefesselte Subjekt wieder flott zu machen. Mit an Bord seines Schiffes nimmt Olson die Philosophie der Mathematik und Naturwissenschaft von Hermann Weyl und eine Schreibmaschine. Sie dient als Aufzeichnungsgerät und Zeitmaschine. Eine alternative Verwendung von Maschinen schlagen Oswald Wiener und Dieter Roth vor. Als Mitteleuropäer beargwöhnen sie die Zivilisationsflucht der nordamerikanischen Beat-Generation und nutzen die Schreibmaschine als Navigationshilfe im Wechsel von analogen zu digitalen Systemen. Welche Steuerkunst empfiehlt sich in den wechselnden technischepistemischen Verhältnissen?

inhalt / verso / de:bug / 194. 265. Nils Röller
274. Günther Rösch
Philosophie und Geste Sokrates, Diogenes, Nietzsch
e
125 Seiten 9,80 EUR ISBN 3-88396-208-2 Berlin 2005

Die Geste ist eines der Lebenselexiere der antiken Philosophie. Sokrates und Diogenes haben sich darin bewegt wie Fische im Wasser. Nietzsche hat sich davon berauschen lassen und die apollinische Philosophie, die das „Erkenne dich selbst“ forderte, durch Dionysos’ „Werde, der du bist“ ersetzt. Der Untertitel von Ecce homo wird so zu einem Imperativ. Günther Rösch promovierte 1994 mit einer Arbeit über Carl Schmitt und Hugo Ball. Herausgeber von Michel Serres’ Hermes I-V und Deleuze / Guattari Tausend Plateaus.

auszug / 256. Margit Rosen
248. Clément Rosset
Regime der Leidenschaften

Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
108 Seiten 10,80 EUR ISBN 3-88396-181-7 Berlin 2002

Allen Leidenschaften ist gemeinsam, auf etwas aus zu sein, das abwesend ist. Die leidenschaftliche Liebe verzehrt sich an einem unerreichbaren Objekt. Die Leidenschaften erzeugen einen Hunger, der gar nicht gestillt werden will und auch tatsächlich von keinem irdischen Genuß befriedigt werden kann. Wer von Leidenschaften ergriffen wird, verzehrt sich lieber in einem Traum, als sich seine Illusionen zerstören zu lassen. „Der von Leidenschaft Getriebene verurteilt sich dazu, auf immer abstinent zu sein.“

perlentaucher
183. Clément Rosset
Das Prinzip Grausamkeit

Aus dem Französischen von Peter Geble
124 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-114-0 Berlin 1994

"... leicht mitzuführen überall dorthin, wo bei plötzlichen Schwächeanfällen nur rasche Erste Lektüre hilft: in den deutschen Wortqualm... Mit der 'Grausamkeit`, die den Buchtitel erst befremdlich aussehen läßt, ist zweierlei Anerkennenswertes gemeint: das Wirkliche, das auf menschliche Sicherheits- und Gewißheitssehnsüchte keinerlei Rücksicht nimmt (auch nicht auf Denker, die entschlossen sind, in lauen und überschaubaren Gewässern zu baden). Zweitens eine Ethik, die das Gegenteil von Larmoyanz und Risikoversicherung ist und darauf gründet, daß wir 'grausam' zu uns selbst sind, uns nicht in die Tasche lügen - weg mit den rosa Brillen!" (Sten Nadolny, Die Woche)
230. Clément Rosset
Das Reale in seiner Einzigartigkeit

Aus dem Französischen von Ronald Voullié
175 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-162-0 Berlin 2000

Die Realität besteht aus einzigartigen Gegenständen, sie ist eine unbestimmte Menge von nicht identifizierbaren Objekten. Aus eigentlich unbeschreibbaren Objekten, die um so realitätsgeladener sind, je schwieriger ihre Beschreibung ist. So sind die Objekte des Lachens, des Schreckens, des Films und der Musik Anlaß für befremdliche Wahrnehmungen des Realen.

faz
205. Clément Rosset
Die Wahl der Worte

Aus dem Französischen von Peter Geble
128 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-137-X Berlin 1997

Zwei Aufsätze: "Die Wahl der Worte" und "Die Freude und ihr Paradox" des französischen Philosophen Clément Rosset. Was charakterisiert den Prozess des Schreibens.? Worin besteht sein Genuss? Worin seine Schwierigkeit? Wodurch unterscheidet sich die Freude am Schreiben von der Schaffenslust eines Handwerkers und welchen Gefahren ist man als Schriftsteller ausgesetzt?

138. Jacques Roubaud / 265. Gerhard Rühm / 157. Morgan Russel
162. Ruhm?
Le Monde-Umfrage

Mit Beiträgen von Maurice Blanchot, Michel Serres, Edmond Jabès, Claude Simon u.a. Aus dem Französischen von Monika Rauschenbach
44 Seiten 4,50 EUR ISBN 3-88396-082-9 Berlin 1992

So wie „amour“ sich auf „toujours“ reimt, folgt auf „Ruhm“ stets „unvergänglich“? Ruhm garantiert ein Weiterleben in der Unvergänglichkeit der Sprache. Horaz pflegte zu sagen: „Ein Denkmal habe ich mir gesetzt, dauernder als Erz.“
Was schreibt man auf dieses Denkmal?
Sich, seine Leidenschaften, deren Objekte, Zeichen.

193. Elisabeth von Samsonow / 138. Hugo Santiago
172. Joachim Schickel
Gespräche mit Carl Schmitt

184 Seiten 10,50 EUR ISBN 3-88396-101-9 Berlin 1993

Der Band enthält drei Gespräche, die Joachim Schickel, Publizist und Sinologe, mit dem Staatsrechtler Carl Schmitt geführt hat:
- Gespräch über den Partisanen
- Gespräch über Hugo Ball
- Freund und Feind.
Die Themen reichen von Schmitts Buch Der Begriff des Politischen (mit der These, Politik ist die Unterscheidung zwischen Freund und Feind) bis zu seinem Buch Theorie des Partisanen. - Schmitt erzählt außerdem von seinen Begegnungen mit dem Dadaisten Hugo Ball, dem Dichter Theodor Däubler und Walter Benjamin.

174. Silvie Schimm
322. Mark von Schlegell
Realometer. Amerikanische Romantik

80 Seiten 8,- Euro ISBN 978-3-88396-259-7
Aus Irisch-Amerikanischen von Andreas Reihse und Anna-Sophie Springer.

Im Geleit von Autoren wie Adam Smith, Edgar Allan Poe, Hermann Melville, und James Tiptree, Jr. geht Mark von Schlegell mit Hilfe des Waldenschen Realometers der Frage nach dem Realitätsgrund eines genuin amerikanischen Schreibens nach.

„Was die amerikanische Romantik entdeckte, als sie sich so abmühte, ihre europäischen Vorbilder abzuschütteln, war, dass die Faktizität selbst durch die Rhetorik der Aufklärung produziert wurde, als eine Bühne, auf der sie sich selbst entfalten konnte. Und dass diese Faktizität aufs Leichteste zu zerstören war. […] Der Realometer ist wie eine Maschine. Der Realometer reflektiert das Licht der belebten Welt des Bewusstseins, wie es niedergeschrieben durch die aufgezeichnete Zeit rollt und dabei ein sich stetig-änderndes Wirkliches romantisiert.“

Mark von Schlegell, (*1967), schreibt vorzugsweise Science Fiction; bei Semiotext(e) ist 2005 der Roman Venusia erschienen, ein weiterer Band Mercury Station ist für 2009 in Vorbereitung. Seine Kunstkritiken finden sich in Magazinen wie Parkett oder Flash Art, sowie bspw. in den Publikationen des Whitney Museums und des L.A. MOCA.
189. Henning Schmidgen (Hg.)
Ästhetik und Maschinismus

Texte von und zu Félix Guattari
144 Seiten 10,50 EUR ISBN 3-88396-121-3 Berlin 1995

- Texte zur Biographie und Arbeit von Félix Guattari von Kollegen aus der Psychiatrie-Szene (F. Tosquelles, J. Oury)
- 7 Zeichnungen von Gilles Deleuze
- Text von Guattari zum Begriff der Maschine. Ein Begriff, der ja hierzulande gern mißverstanden wird, weil er rein negativ besetzt ist.
- Ein Interview mit Virilio von H. Schmidgen - Texte von Freunden (N. Bourriaud, M. Elkaim / I. Stengers, P. Lévy), die die Wichtigkeit des ästhetischen Paradigmas für Guattari erörtern:

Es geht darum, eine potentielle Ästhetik zu umreißen, die nur unter der Bedingung, sich einer permanenten Umcodierung auszusetzen, wirkliche Konsistenz annimmt.

273. 270. Henning Schmidgen
266. Henning Schmidgen / Rainer Maria Kiesow (Hrg.)
Das Irrsal hilft

Beiträge von Giorgio Agamen, Georges Canguilhem, Michel Foucault, Fabian Stoermer, Roger Willemsen und den Herausgebern
Ein Projekt der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
126 Seiten 9,80 EUR ISBN 3-88396-200-7 Berlin 2004

Aus dem Leben und aus seinen Disziplinen wispert es: Das Irrsal hilft. Wie lange noch können wir unsere Ohren verstopfen, uns festbinden lassen und so tun, als ob ein Wissen ohne Abweichungen möglich wäre? Vor allem Michel Foucault hat daran erinnert: "Letztlich ist das Leben das, was zum Irrtum fähig ist." Für Foucault war dies die Quintessenz aus den Studien zur Geschichte der Lebenswissenschaften, die Georges Canguilhem zu verdanken sind. Der Irrtum, das Irren, ist Canguilhem zufolge längst nicht nur ein kognitives Problem. Spätestens seitdem die Grundbegriffe von Biochemie und Genetik der Informationstheorie entliehen werden, handelt es sich um einen Sachverhalt, der tief in die Körper eingeschrieben ist, der ihre Bewegungen ermöglicht, aber auch begrenzt. Der Horizont des Bandes wird gebildet durch eine Kunst des Denkens, "die sich nicht mehr an einer auf Gewissheit und Erkenntnis bezogenen Wahrheit ausrichtet, sondern sich auf eine Beziehung zu einem in die Irre gehenden Sein einlässt" (Agamben). Zwischenhalte auf dem Weg dahin sind Irrsalslektüren von Hölderlin, Kleist, Lacan und Luhmann, von Godard und Fritz Lang.

de:bug / fr / iasl
212. Aurel Schmidt
Von Raum zu Raum.
Versuch über das Reisen

156 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-144-2 Berlin 1998

Der Joystick hat den Wanderstab ersetzt. Inhalt: Auf dem Weg in die digitale Welt. Anfang und Aufbruch. Realisierte Utopie. Von der Polis ins Niemandsland. Beschleunigung und Stillstand. Digitale Urbanität. Der Raum als Information und Prozess. Datiertes Dasein.

174. Christiane Seiffert / 193. G. Schröder / 172. 134. Carl Schmitt / 235. Christian Schulte / 118. Francis Scott Fitzgerald
288. Victor Segalen
Tote Stimmen: Maori-Musik

Mit einem Essay von Giorgio Agamben
Herausgegeben und übersetzt von Maria Zinfert

93 Seiten 9,80 Euro ISBN 3-88396-222-8 Berlin 2006

Victor Segalen (1878-1919) war Ethnograph und Dichter. 1901 reiste er nach Tahiti und entdeckte dort für sich die Kultur der Maori.
"Auf tausenden von Inseln haben – vielleicht – tausend Jahre lang Stimmen gesungen, ohne dass man genau weiß, auf welchem Wege sie im Fluge einen so großen Raum einnahmen ... ein Brausen schöner, heiserer oder eher sanfter Töne, rauer oder weicher Kadenzen, und einen unaufhörlichen monotonen Singsang ... – mit der Ankunft der Weißen: alles wird entstellt, alles wird verfälscht ... Die Stimmen kommen zum Schweigen, ... jene, die überleben, sprechen nur noch in völliger Verleumdung ihrer Vergangenheit. Auf Tahiti, Hawaii, Samoa und Neuseeland nehmen sie lächerliche Formen an und schrauben sich in kategorischem Herunterleiern von Psalmen in die Höhe, die abgeleitet sind vom fürchterlichen lutherischen Choral ... Dann tauchen die abgeschmackten Kirchenlieder der römischen Missionen auf ... schließlich amerikanische Sauflieder: Die Gesänge des Krieges, des Fastens und der Freude fallen auf das Niveau der Yankee-Hymne: sie gesangsvereinen – das ist die ganze Geschichte der Maori.

Es kann nicht darum gehen, sie wieder zu beleben ... aber wir sollten uns, mit Rücksicht auf das, was die Musik der Maori war, eine Vorstellung machen, was sie hätte werden können. Wir werden also – nicht ohne Schmerz und nicht ohne Bedauern – die Möglichkeiten klanglicher Schönheit untersuchen, die diese Musik gehabt hat.“

"Der Ursprung muss ausgelöscht, muss vergessen werden ..., damit der solchermaßen außer Kraft gesetzte Ursprung als Grundlage durch die Literatur in Ermangelung von Ursprüngen wieder in Erinnerung gerufen werden kann.“
(Giorgio Agamben)
157. Keiko Sei (Hrg.)
Von der Bürokratie zur Telekratie

Rumänien im Fernsehen
Beiträge von Paolino Accolla, László Beke, Magda Cârneci, Mihaela Cristea, Serge Daney, Jean-Paul Fargier, Vilém Flusser, Ingo Günther, Veijo Hietala, Ari Honka-Hallila, Erkki Huhtamo, Derrick de Kerckhove, Richard Kriesche, Geert Lovink, Margaret Morse, Morgan Russel, Jeffrey Shaw, Tjebbe van Tijen, Paul Virilio, Peter Weibel. Perspektiven der Technokultur.
Hrg. von Peter Weibel, Institut für Neue Medien an der Städelschule, Frankfurt/M. Übers. von B. Ollrogge, M. Rauschenbach und A. Carstens
166 Seiten 8,50 EUR ISBN 3-88396-077-2 Berlin 1990

"Es ist - wie Einstein am Ende seines Lebens sagte - die Explosion der Information ebenso zu fürchten wie die Atombombe selbst." (Virilio)

"Wir haben keine Philosophie für einen Zustand, in dem die Bilder an der Macht sind. Wir sollten das Geschehen in Rumänien - ich zögere, "Revolution" zu sagen - analysieren: vielleicht bekommen wir dann eine Ahnung davon, wie das dritte Jahrtausend aussehen wird." (Flusser)
179. Walter Seitter
Distante Siegfried-Paraphrasen

383 Seiten 15,- EUR ISBN 3-88396-110-8 Berlin 1993

Nach der Siegfried-Gestalt und der Kriemhild-Gestalt ist das dritte Stück der Trilogie ein Knaben-Triptychon: Jesus, Helmbrecht, Dietrich von Bern. Der rote Faden, der sich durchzieht, ist das Problem des Mann-Werdens.

- Band 1: Das politische Wissen im Nibelungenlied. Berlin 1987
- Band 2: Versprechen, versagen. Frauenmacht und Frauen- ästhetik in der Kriemhild-Diskussion des 13. Jhs. Berlin 1990
173. Walter Seitter
Piero della Francesca. Parallele Farben

119 Seiten 7,- EUR ISBN 3-88396-103-5 Berlin 1992

Der Akzent meines Findens und Suchens liegt auf der Herstellung eines gegenwärtigen, gegenseitigen Sehens, Hörens, Sprechens, Zeigens - zwischen mir und den Bildern. Ich bin ein Besucher der Bilder, deren Adressat ich bin." 7 Aufsätze zu Piero, geschrieben in 10 Jahren, veröffentlicht zum 500. Todestag von Piero.
141. Walter Seitter
Das politische Wissen im Nibelungenlied.

Vorlesungen 216 Seiten 9,- EUR ISBN 3-88396-061-6 Berlin 1988

"Dazu ist der Analytiker da: daß die Handlungen nicht zu leicht, daß die Lösungen nicht zu dumm werden." (Seitter)
154. Walter Seitter Versprechen, versagen
Frauenmacht und Frauenästhetik in der Kriemhild-Diskussion des 13. Jahrhunderts
170 Seiten 9,- EUR ISBN 3-88396-074-8 Berlin 1990

"Analyse ist nicht Theorie, nicht spekulative Alleswisserei, sondern Arbeit: arbeiten, durcharbeiten, lesen und durch das Lesen hindurch doch etwas sagen." (Seitter)
110. Walter Seitter
Der grosse Durchblick.

Unternehmensanalysen
160 Seiten 6 EUR ISBN 3-88396-030-6 Berlin 1983

„Dem Wissenschaftler, der sich hier einbringt, geht es nicht um die Durchsetzung einer wahren Theorie, nicht um die Wahrung seiner Identität. In der Zersetzung der herrschenden Identitätsproduktionen setzt er sich als deren Produkt selber aufs Spiel – um vielleicht aus seinen und anderen Fragmenten wieder neue Koexistenzen, Beziehungen, Intensitäten zu basteln.“

232. 174. Walter Seitter / 174. Andreas Seltzer
260. Michel Serres
Atlas

Aus dem Französischen von Michael Bischoff
257 Seiten 19,80 EUR ISBN 3-88396-194-9 Berlin 2005

Ohne Stadtplan, wie sich in der Stadt orientieren? Ohne Karte wären wir verloren, im Gebirge wie auf dem Meer und manchmal sogar auf der Straße. Wo sind wir? Was sollen wir tun? Ja, wohin wollen wir, und auf welchem Wege gelangen wir dorthin?
Als Sammlung nützlicher Karten kann ein Atlas uns helfen, solche Fragen nach Ort und Weg zu beantworten. Wenn wir uns verirrt haben, finden wir mit seiner Hilfe auf den rechten Weg zurück. Wo werden wir leben? Und mit wem? Wie unseren Lebensunterhalt bestreiten? Wohin sollen wir auswandern? Was sollen wir wissen, lernen, lehren, tun? Wie sollen wir uns verhalten? Alles in allem also: Wie sollen wir uns auf diese globale Welt beziehen, die da entsteht und die alte, in wohl unterschiedene Orte eingeteilte Welt zu ersetzen scheint? Selbst der Raum verändert sich und erfordert andere Weltkarten.

inhalt / archipress
Michel Serres Hermes, Band I - V
Hrsg. von Günther Rösch
Aus dem Französischen übers. von Michael Bischoff P. Bexte
Michel Serres
I. Kommunikation

345 Seiten 35,- EUR ISBN 3-88396-083-7 Berlin 1991

"Kehren wir auf die Erde zurück oder tauchen wir ein in den Strom der Bedeutungen, so heißt kommunizieren: reisen, übersetzen, aus-tauschen, heißt auf die Position des Anderen wechseln, sein Wort als Lesart begreifen, als eine Lesart, die eher als querliegend denn als subversiv zu verstehen ist, heißt sich wechselseitig auf den Handel mit Pfandobjekten einlassen. Und da haben wir ihn: Hermes, den Gott der Wege und Kreuzungen, der Botschaften und der Händler."
Michel Serres
II. Interferenz

332 Seiten 35,- EUR ISBN 3-88396-086-1 Berlin 1992

"Nichts existiert, nichts wird gedacht, nichts wird wahrgenommen oder erfunden, ohne einen mobilen Empfänger, der in einen Kom-munikationsraum mit zahlreichen Sendern eingetaucht ist - einen Raum, in dem Nachrichten zirkulieren, der von Rauschen erfüllt ist, in dem Informationen dauerhaft gespeichert werden. Die Enzyklopädie ist eine Gestalt dieses Raumes."
Michel Serres
III. Übersetzung

378 Seiten 35,- EUR ISBN 3-88396-088-8 Berlin 1992

„Und da haben wir ihn: Hermes, den Gott der Wege und Kreuzungen, der Botschaften und der Händler.“
Michel Serres
IV. Verteilung

304 Seiten 35,- EUR ISBN 3-88396-089-6 Berlin 1993

"Es sieht so aus, als wäre das Entscheidende eine Epistemologie der Ultrastruktur oder der Interstrukturen, Ränder, Nachbargebiete, Membranen, Verbindungen, Umgebungen, Regulierungen. Die Orte des Übergangs, des Durchgangs und der Kommunikation, die Wegkreuze des Hermes".
Michel Serres V.
Die Nordwest-Passage

260 Seiten 35,- EUR ISBN 3-88396-090-X Berlin 1994

Michel Serres, Seefahrer und Mathematiker, sucht die Passage zwischen den Wissenschaften vom Menschen und den Wissenschaften von der Welt. Der Weg existiert und er existiert nicht, so wie im Eismeer zwischen atlantischem und pazifischem Ozean. Stets ist er begleitet von einem Hintergrundrauschen. Sobald man begonnen hat zu lesen, ist man eingeschifft auf großer Fahrt, Entdeckerfahrt.

sfb / P. Bexte
160. Michel Serres u.a.
Anfänge.

Die Dynamik - von Leibniz zu Lukrez
Ilya Prigogine/Isabelle Stengers/Serge Pahaut
63 Seiten 4,50 EUR ISBN 3-88396-080-2 Berlin 1991

"Endlich bricht über den Dingen und mir selbst der Tag an, und ich kann nicht vorhersehen, was er mit sich bringt. Der Tag bricht endlich über einer Welt der Begleitumstände, der Differenz, des Zufalls und der Unwahr-scheinlichkeit an, über einer Welt, die so konkret, bunt, unerwartet, ja schön ist wie die, die ich sehe, höre, berühre, bewundere." (M. Serres)

162. Michel Serres / 157. Jeffrey Shaw / 265. Peter Sloterdijk / 114. Stuart Sherman / 178. Georg Simmel / 162. Claude Simon / 114. Jack Smith / 178. Sokrates / 159. Sompairac / 143. Georg Stanitzek
308. Michel Serres
Aufklärungen
Gespräche mit Bruno Latour

304 Seiten 22,- Euro ISBN 978-3-88396-242-9
Aus dem Französischen von Gustav Roßler

Bruno Latour unterhält sich in fünf Gesprächen mit Michel Serres über dessen Zugang zur Wissenschaft, die Geschichte der exakten Wissenschaften, die Literatur, die Philosophie, das Ende der Kritik und die Weisheit. Sie behandeln die maßgeblichen Themen der Arbeiten Serres, der sich zu seinem Leitbild die Figur des Hermes ausgewählt hat und sein Denken an den Begriffen Kommunikation, Interferenz, Übersetzung und Distribution entlang entwickelt hat. „Es gibt ein Geheimnis Michel Serres: Sie sind zugleich sehr bekannt und sehr verkannt. Und das obwohl Ihre Bücher technisch gesehen zur Philosophie gehören. Darüber möchte ich gerne Aufklärungen. Sie beschreiten einen Weg, Sie gehen überall hin, in die Wissenschaften, die Mythen, die Literatur und gleichzeitig verwischen Sie oft die Spuren, die Sie zu Ihren Resultaten gebracht haben.“

Michel Serres, Philosoph und Epistemologe, seit 1990 Mitglied der Académie Française. Bruno Latour, Wissenschaftssoziologe, Professor und Directeur scientifique an der Fondation Nationale des Sciences Politiques (Sciences Po) am Institut d'études politiques in Paris. Er kuratierte die Ausstellungen Iconoclash (2002) und Making Things Public (2005) am ZKM in Karlsruhe.
323. Michel Serres
Das eigentliche Übel

95 Seiten 9,- Euro ISBN 978-3-88396-260-3
Aus dem Französischen von Elisa Barth und Alexandre Plank.

„Derjenige, der den Raum mit Plakaten verschmutzt, die Träger von Sätzen und Bildern sind, stiehlt dem Blick aller die umliegende Landschaft, tötet ihre Wahrnehmung, durchbohrt den Ort durch ebendiesen Diebstahl. Erst die Landschaft, dann die Welt. Er durchsetzt den Raum mit schwarzen Löchern, die die Empfindung einsaugen und die Wahrnehmungsfähigkeit zerstören. Mit welchem Recht? Er benimmt sich wie ein universaler Hausbesetzer. Auf dieselbe Weise, ebenso gebieterisch, erweist sich ein Geldstück als leichter sichtbar, lesbar und entzifferbar als das Objekt, das es kauft. Es versiegelt den Blick darauf, es tötet dieses Objekt. Das Symbol annulliert die Sache. Die Welt wird von den Zeichen ausgedrückt und ausgelöscht.“

Michel Serres schreibt über die dem Menschen inhärente Strategie, abgeleitet aus der Verwandtschaft mit den Tieren, sich etwas anzueignen, indem man es beschmutzt. Dieses Konzept differenziert er in „Das eigentliche Übel“ unter zwei Arten der Verschmutzung aus: die harte Verschmutzung, zu der bspw. Emissionen aus Industrieanlagen oder Autoabgase zählen, und die weiche Verschmutzung, unter die er Werbung, Krach aber auch Graffiti rechnet. Hausbesetzer, Marken, Sperma, Tags sind Beispiele, auf die er dabei zurückgreift.

Michel Serres (*1930), ist Professor an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne sowie in Stanford, seit 1990 zudem Mitglied der Académie française.
269. Marcus Steinweg
Subjektsingularitäten

154 Seiten 12,80 EUR ISBN 3-88396-203-1 Berlin 2004

Die Gemeinschaft der Pendler, die wir als eigentliche Gemeinschaft der Philosophen denken, ist die Gemeinschaft von singulären Subjekten, die das Grenzgebiet zwischen Subjekt-Gemeinschaft und Singularitäten-Gemeinschaft, die Zwischenwelt zwischen der Welt des Logos und der Welt des Pathos, erkunden, um die Erfahrung der Interferenz Prozesse zwischen diesen Gemeinschaften zu dokumentieren. Pendler bewegen sich in einer Hin-und Her-Bewegung, die nicht aufhört, nicht zum Stillstand kommt. Sie sind Subjekte einer anhaltenden Unruhe, permanenter Turbulenz.

ontologisches Kino / & Thomas Hirschhorn / css / 160. 189. Isabelle Stengers
287. Marcus Steinweg
Behauptungsphilosophie

165 Seiten 13,80 Euro ISBN 3-88396-221-X Berlin 2006

Weder in der Philosophie, noch in der Kunst geht es um Beweis oder Meinung. Es geht um eine Setzung, um Behauptung. Die Behauptung unterscheidet vom Beweis und der Meinung, dass sie ohne Gewissheit auskommen muss. Behauptungsphilosophie ist Philosophie im Ungewissen. Sie überschreitet die Modalitäten herkömmlichen Denkens, wie Reflexion, Begründung, Argument.

Es geht darum, als Subjekt im Ungewissen eine Wahrheit zu berühren und dieser Berührung eine Form zu geben, Sprache. Wahrheit ist der Name für die Grenze der Tatsachenwelt. Es gibt Philosophie nur als Kontakt zu dieser Grenze, als eine den Imperativen des Faktischen entzogene Behauptung. Die Wahrheits-Berührung muss der Meinungs-Gewissheit und dem Tatsachen- Obskurantismus gleichermaßen widerstehen. Sie ist Berührung des Unberührbaren und macht aus dieser Berührung eine Lebensform.
296. Marcus Steinweg / Rosemarie Trockel
Duras

212 Seiten 15 Euro ISBN 3-88396-230-9
ISBN NEU 978-3-88396-230-6

Warum Marguerite Duras?
  1. Weil Duras in allen Momenten ihres Schreibens und ihrer Arbeit um den Ursprung des Ursprungs kreist.
  2. Weil dieses Kreisen heißt, sich auf eine unbezügliche Leere zu beziehen.
  3. Weil das Kreisen um den leeren Ursprung Berührung der Wahrheit ist.
  4. Weil eine Wahrheit berühren bedeutet, sich auf die Namenlosigkeit seiner Herkunft zu beziehen.
  5. Weil der kreisende Bezug auf die Namenlosigkeit die poetische Form mit der philosophischen Form verbindet.
  6. Weil diese Form die Intimität mit dem Unheimlichen ist.
  7. Weil Duras weiß, dass es Intimität nur mit der Unberührbarkeit des Außen (des Nicht-Innen und Nichtwissens) gibt.
  8. Weil wahres Wissen Wissen des Nicht-Wissbaren ist.
  9. Weil es im Denken und im Schreiben von Duras die Vorstellung des Wahrheitswissens gibt.
  10. Weil Wahrheitswissen die Berührung der Grenze des Wissens meint.
  11. Weil die Grenze des Wissens zu berühren die einzige Herausforderung, Notwendigkeit und Berechtigung und das einzige Glück von Literatur und Philosophie sein kann.
  12. Weil, was Duras Schreiben nennt, écrire, die Insistenz auf dem Notwendigsten – der Unabwendbarkeit selbst – ist.
  13. Weil Duras weiß, dass das Wahrheitswissen die Löschung, die Minderung, die Einschränkung, die Neutralisierung und die Zerstörung des Tatsachenwissens einschließt.
  14. Weil alle „journalistischen“ Interventionen Duras‘ die Imperialität, die Autorität, die Legitimität, die Plausibilität und Persuasivität der Tatsachendiktate suspendieren.
  15. Weil die Suspension der Tatsachendiktatur von Duras als Notwendigkeit und Anfangsmoment und Evidenz und Intensität der Schreibbewegung bejaht wird.
  16. Weil das Schreiben, das Abenteuer, das Wagnis, die Rückhaltlosigkeit, der Wahnsinn, das Leben von Duras sich der Paradoxie, der Widersprüchlichkeit und Konfliktuosität der Formulierung des Unformulierbaren verschreibt.
  17. Weil Duras ihr volles Nichtwissen in den Dienst des Wahrheitswissens stellt.
  18. Weil das Wissen, das sich der Wahrheit opfert, zuletzt als Wissen in das Wahrheitswissen einzugehen beginnt.
  19. Weil dieses Wissen Öffnung auf Verschließung ist, Geöffnetsein des Subjekts auf den äußersten Limes seiner
  20. Subjektivität.
  21. Weil sich Duras der Mut der Öffnung auf Verschließung als Lebensnotwendigkeit gezeigt hat.
  22. Weil dieser Mut, dieser Übermut, diese Blindheit und Überstürzung und Hingerissenheit sich als exakte Sprache, als mathematischer Wirbel artikuliert.
  23. Weil der Wille zur Exaktheit im Schreiben von Duras vom hyperbolischen Übermut unlösbar scheint.
  24. Weil Schreiben die Erfahrung der strittigen Kompossibilität von Wissen und Wahrheit ist.
  25. Weil also Duras einen eigenen Begriff des absoluten Wissens installiert.

artnews.info
312. Isabelle Stengers
Spekulativer Konstruktivismus

176 Seiten 13,- Euro ISBN 978-3-88396-246-7
Mit einem Vorwort von Bruno Latour

„Würden Sie sagen, daß Isabelle Stengers die bedeutendste französische Wissenschaftsphilosophin ist?“ – Ja, nur daß sie aus Belgien stammt, einem Land, das lediglich teilweise existiert und in dem, anders als in Frankreich, die Verbindung zwischen Wissenschaft und Staat gleich null ist.“ – Würden Sie sagen, daß sie die philosophische rechte Hand des Chemie-Nobelpreistägers Ilja Prigogine ist? – Ja, denn mit ihm hat sie mehrere Bücher geschrieben, und doch hat sie den Rest ihres Lebens damit verbracht, der Unmenge von Verrückten zu entkommen, die sich durch den Dialog mit der Natur angezogen fühlten, durch jene ‚Neue Allianz’ zwischen Wissenschaft und Kultur, die die beiden geschaffen haben.“ (Bruno Latour)

Die Eigenständigkeit des philosophischen Werks von Isabelle Stengers bemisst sich an einer riskanten Vermählung des Heterogenen: der Spekulation und der Konstruktion, der Wissenschaft und der Politik, der Kosmologie und der Ökologie. Auf der einen Seite die Auseinandersetzung mit dem Spätwerk von Deleuze und Guattari (Was ist Philosophie?) und eine profunde Neulektüre der Prozessphilosophie von Alfred N. Whitehead, auf der anderen der historische und politische Blick auf die Wissenschaften: von der Alchemie über Galilei bis hin zur neueren Biologie und Physik. Mitten im Krieg der Wissenschaften erhebt sich so eine Stimme der Diplomatie. Ihr geht es vor allem darum, die Herausforderungen und Risiken des Denkens und Handelns zu erhalten. Kein neuer Reduktionismus also, sondern eher eine zusätzliche Abstraktion, ein Denkabenteuer, das gleitend in eine neue Form der Politik übergeht: eine epistemische und ethisch-ästhetische „Kosmopolitik“.

Isabelle Stengers, Philosophin, hat eine Professur an der Université Libre von Brüssel inne.
294. Bernard Stiegler
Zum Akt

Übersetzt von Elisa Barth und Alexandre Plank

ca. 65 Seiten ca. 5,80 Euro ISBN 3-88396-228-7 ISBN NEU 978-3-88396-228-3

[passer à l’acte]: zur Tat schreiten, zum Akt übergehen, acting out, ausagieren, zwischen Akt und Potenz, im Akt philosophieren, die Passage zum Akt, … „Wenn jedes menschliche Wesen die Potenz besitzt zu philosophieren, da es stets und von seinem Ursprung an besorgt ist über seinen Ursprung, dann ist eine solche Potenz - unter gewissen historischen oder existentiellen Umständen - in der Lage, in einen Akt überzugehen. So wird das potentiell philosophierende Wesen zum Philosophen im Akt. Ich spreche von »meiner« philosophischen Berufung als einem solchen Übergang zum Akt. Und von diesem Standpunkt aus gesehen, denke ich nicht, dass ich persönlich eine besondere philosophische Berufung habe: ich denke, ich habe die Berufung zur Philosophie, die jeder andere auch hat.“

Bernard Stiegler ist Direktor der Abteilung ‚Kulturelle Entwicklung’ am Centre Georges-Pompidou und unterrichtet an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris). Er hält regelmäßig am Théâtre National de la Colline die Ars Industrialis Konferenzen ab, die sich mit dem Einfluß neuer Technologien und Medien auf Politik, Kultur und Gesellschaft beschäftigen.
223. Martin Stingelin Das Netzwerk von Gilles Deleuze
Immanenz im Internet und auf Video
139 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-155-8 Berlin 2000

Das Bild des Denkens von Gilles Deleuze kann als Netz gesehen werden, das nicht nur die zahlreichen Bücher, Artikel und Interviews, sondern auch die seit 1997 im Internet publizierten Vorlesungen und das siebenenhalbstündige Filmgespräch L'Abécédaire de Gilles Deleuze umfasst. Beides legt Martin Stingelin hier zum erstenmal seinem Porträt von Deleuze zugrunde, „wünschenswert kritisch und dankenswert verständlich“ (FAZ), „Heiterkeit der Tabula rasa“ (SZ), Platz 6 der „Sachbücher des Monats“ April 2000.

sz perlentaucher / sz / 266. Fabian Stoermer / 235. Rainer Stollmann
316. Leo Strauss, Alexandre Kojève, Friedrich Kittler
Kunst des Schreibens

104 Seiten 10,- Euro ISBN 978-3-88396-250-4
Herausgegeben von Andreas Hiepko
Aus dem Französischen von Peter Geble und dem Englischen von A. Hiepko.

Die Freundschaft von Alexandre Kojève und Leo Strauss reicht bis in die frühen 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Sie äußerte sich, wie ihr Briefwechsel (1932-1965) zeigt, in erster Linie als intellektuelle Auseinandersetzung, die zuweilen auch publizistische Früchte, wie „Über Tyrannis“ (1963), trug. Der vorliegende Band vereint zwei Texte zu einem anderen Thema: Die Kunst des Schreibens. Zum einen Alexandre Kojèves Text „Kaiser Julian und die Kunst des Schreibens“, der zuerst 1964 in englischer Übersetzung in einer Festschrift für Leo Strauss erschien, zum anderen den Aufsatz des Jubilars von 1941, auf den sich Kojève ausdrücklich bezieht: „Verfolgung und die Kunst des Schreibens“.

Es geht also um das Verhältnis von Exoterik und Esoterik, um das, was gesagt wird und das, was unausgesprochen bleibt. Und darum, ob es eine spezielle Schreibtechnik gibt, „eine Technik, an die wir denken, wenn wir vom Zwischen-den-Zeilen-Schreiben sprechen“, die zu verstehen gibt, was nicht ausgesprochen wird. Abschließend stellt Friedrich Kittler Kaiser Julians so genannte Apostasie in ihren medien- und institutionsgeschichtlichen Kontext, in den jede „Kunst des Schreibens“ eingebunden ist.
120. Harald Szeemann
Individuelle Mythologien

256 Seiten 15,- Euro ISBN 978-3-88396-040-1

31 Texte von und mit Harald Szeemann von, mit und zu Guy Harloff, Paul Thek, Ex Voto, Jörg Immendorf, Anselm Kiefer, der Nekropole Staglieno, Bruno Müller, Piotr Kowalski, keiner Katastrophe ohne Idylle, keiner Idylle ohne Katastrophe, George Sugarmen, Mythenerkundung mittels Video, Johannes Cladders, Mentalitätsräumen, Etienne-Martin, Sigmar Polke, Emma Kunz, Dieter Roth und vielen Vielen mehr.
„Der Dauerwunsch nach SUBITO, NIE und EWIG“
Harald Szeemann (*1933 – †2005), Ausstellungsmacher und geistiger Gastarbeiter. Kuratierte wegweisende Ausstellungen wie Bildnerei der Geisteskranken - Art Brut - Insania Pingens (Bern 1963), Wrapped Kunsthalle Bern (Bern 1967-68), When Attitudes Become Form (Bern 1969), documenta 5 (Kassel 1972), Junggesellenmaschinen / Les Machines Célibataires (1975), Biennale Venedig (Venedig 1980, 1999, 2001) und Der Hang zum Gesamtkunstwerk (1983).
100. Harald Szeemann
Museum der Obsessionen

293 Seiten 10 EUR ISBN 3-88396-022-5 Berlin 1981

„Wie aus einer Vision ein Entwurf, aus der Konzeption dann eine ‚Station’ und aus dem Erfolg auch ein Machtfaktor wird, das offenbaren die aus Enthusiasmus und Skrupel gewirkten Texte des Mannes, der vor allem mit der documenta 5 (1972) Maßstäbe gesetzt hat. ‚Im kulturellen Kontext’, meint Szeemann, 'bedeutet Macht in erster Linie, anderen die Dinge zu ermöglichen.’“ (Alfred Nemeczek, art)

191. 265. Harald Szeemann