245. Bruno
Latour
Iconoclash. Gibt es eine Welt jenseits des Bilderkrieges?
hrg. zkm: Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
Aus dem Englischen von Gustav Roßler
77 Seiten 10 Abb. 8 EUR ISBN 3-88396-178-7 Berlin 2002
Die Taliban haben die monumentalen Buddhastatuen von Bamijian aus ihren
Felsnischen gesprengt. Wie kommt es, daß Bilder solche Leidenschaften auslösen
und daß Generationen von Bilderstürmern von Hass und Fanatismus begleitet
waren? Auf der anderen Seite des Bilderverbots gibt es die Bilderverehrung,
die Faszination durch Bilder und ihre massenhafte Verbreitung, so dass sich
die Bilder in ihrer Flut gegenseitig erschlagen. Ein Streifzug zwischen
Ikonoklasmus und Ikonophilie mit besonderer Aktualität.
faz
sz perlentaucher /
momo
262. Bruno
Latour
Krieg der Welten - wie wäre es mit Frieden?
Aus dem Französischen von Gustav Roßler
69 Seiten 6 EUR ISBN 3-88396-196-5 Berlin 2004
"Also gut, wir befinden uns im Krieg. Doch dann lassen sich endlich drei
Fragen formulieren: Welches sind die Kriegsparteien? Was sind ihre Kriegsziele?
Und schließlich die wichtigste Frage: Wie steht es mit Frieden? Mein Argument
lautet also nicht, dass wir erleben, wie ein bestehender Frieden unbilligerweise
zerschlagen wurde, noch dass wir mit einem ‚Krieg der Kulturen' konfrontiert
sind. Sondern dass wir zunächst anerkennen müssen, dass ein Krieg der Welten
die ganze Zeit hindurch schon stattgefunden hat, das ganze sogenannte moderne
Zeitalter hindurch - in dieser modernen Parenthese. Noch beweist nichts,
dass wir auf der falschen Seite stehen oder dieser Krieg nicht zu gewinnen
ist. Sicher ist nur, dass er offen und nicht verdeckt geführt werden muss.
Am schlimmsten wäre, wenn man so täte, als gäbe es überhaupt keinen Krieg,
nur die friedliche Ausdehnung der natürlichen Vernunft des Westens, die
ihre Polizeikräfte einsetzt, um die vielen Reiche des Bösen zu bekämpfen,
einzudämmen und zu bekehren." (Bruno Latour)
280. Bruno
Latour
Von der Realpolitik zur Dingpolitik oder
Wie man Dinge öffentlich macht
hrg. zkm: Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
Aus dem Englischen von Gustav Roßler
83 Seiten zahlr. Abb. 8,50 Euro ISBN 3-88396-214-7 Berlin 2005
Realpolitik erweist sich als eine sehr unrealistische Version von Politik.
Denn die meisten unserer politischen Leidenschaften und Interessen sind
auf Dinge gerichtet – im Sinne der alten englischen und deutschen Wortbedeutung
von Ding –, heutzutage als „(strittige) Sachverhalte“ übersetzbar. Ungeachtet
dieser dauernden Aufmerksamkeit für Dinge verharrte die politische Theorie
auf einer ziemlich abstrakten Ebene von Meinungen und Positionen, von Rang
und Problemlösung, und allgemeiner von diskursiven Einstellungen. Das Anliegen
dieses Textes ist es, Politik zu den Dingen zurückzubringen und zu sehen,
was passiert, wenn man die verschiedenen Versammlungen, in denen Dinge geprägt
und entschieden werden, mit dem traditionellen politischen Vokabular vergleicht.
Das Buch erscheint zeitgleich zu der von Bruno Latour und Peter Weibel kuratierten
Ausstellung
Making Things Public. Atmosphären der Demokratie (Sommer
2005 am ZKM Karlsruhe, Museum für Neue Kunst).
inhalt /
auszug
/
taz
/
triggerfish
/
265. Bruno Latour /
101.
Klaus Lauter /
174. Heinz-Werner Lawo
/
258. Paul Lazarsfeld, Marshall McLuhan
/
222. 220.
Drachensaat Markus Wolfgang Konradin Leiner
/
273. Michel Leiris /
189.
Pierre Lévy
221. Mehr Licht
Hg. VVS Saarbrücken
Beiträge von Paul Virilio, Friedrich Kittler, Peter Bexte, Wolfgang Hagen,
Henning Lohner, mediamorph
156 Seiten 10,50 EUR ISBN 3-88396-153-1 Berlin 1999
Highlights von der Erleutung über die Lichtgeschwindigkeit zur Lightshow.
Philosophen, Künstler und Medientheoretiker stellen den gegenwärtigen Stand
ihrer wissenschaftlichen bzw. kulturwissenschaftlichen Erkenntnisse zum
Thema "Licht" vor. Originalbeiträge aus den Gebieten Urbanistik, Informatik,
Optik, Elektrizität, Radio und Licht-Kunst. Ein Geschenk der Stadtwerke
zum 1000 jährigen Bestehen der Stadt Saarbrücken
265. Thomas Locher
163. Sylvère Lotringer
Foreign Agent. Kunst in den Zeiten der Theorie
71 Seiten 4,50 EUR ISBN 3-88396-084-5 Berlin 1991
„Für Baudrillard hat die zeitgenössische Kunst ihre autonome Stellung und
Funktion verloren und ist zu einem bloßen weiteren Wert-Zeichen geworden.
Umgekehrt könnte man jetzt jedes Wert-Zeichen als Kunst begreifen. Weit
entfernt davon, es vor dem Druck des Marktes zu schützen, ebnete die 'Entmaterialisierung
des Kunstobjektes' in Wirklichkeit den Weg zu seiner erneuten Materialisierung
in einer vollkommen 'transästhetisierten' Gesellschaft." (Lotringer) Sylvère
Lotringer ist Literaturprofessor an der Columbia University (NY), Herausgeber
der Zeitschrift
Semiotext(e)
und der Buchreihe 'Foreign Agents'.
114. Sylvère Lotringer
New Yorker Gespräche
mit Walter Abish, Vito Acconci, Lee Breuer, William Burroughs, Christo,
Douglas Dunn, Viola Faber, Mary Overlie, Police Band, Charlemagne Palestine,
Stuart Sherman, Jack Smith, Steve Reich, Bob Wilson.
283 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-034-9 Berlin 1983
"Ich habe nicht versucht, die New Yorker Künstler in Szene zu setzen; als
ich sie befragte, wollte ich ein Äquivalent für den theoretischen Diskurs,
den sie nicht führten, schaffen."
116. 159.
191. Sylvère Lotringer /
157. Geert Lovink
143. Niklas Luhmann
Archimedes und wir
Hrsg. von Dirk Baecker u. Georg Stanitzek
166 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-063-2 Berlin 1987
"Es geht also nicht um Ablehnung oder Zustimmung zu dieser Gesellschaft,
sondern um ein besseres Verständnis ihrer strukturellen Risiken, ihrer Selbstgefährdungen,
ihrer evolutionären Unwahrscheinlichkeit." (Luhmann) "Bürger fragen, Soziologen
antworten. Der angesagteste Denker der Gegenwart erklärt in rasenden Ultimativinterviews,
was Liebe, was Kunst, was Politik ist. Der reinste Anti-Habermas!" (
Tempo,
Die 100 besten Bücher der 80er Jahre)
iss.org
129. Jean-François Lyotard
Philosophie und Malerei im Zeitalter ihres Experimentierens
Aus dem Frz. von Marianne Karbe
165 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-049-7 Berlin 1986
"Mit dieser Situationsdeutung läßt sich die philosophische Frage nach dem,
ws Denken heißt, zwanglos verbinden, mit der künstlerischen Frage nach dem,
was Malerei ist." (Florian Rötzer,
SZ)
75. Jean-François Lyotard
Intensitäten
Übers. von Lothar Kurzawa und Volker Schaefer
149 Seiten 7 EUR ISBN 3-920986-94-6 Berlin 1978
"Er ist der große Steuermann des neuen Narrenschiffs. Meister im Denken...
der Lumpen-Intelligentsia. Theoretiker der Intensitäten, des Abdriftens,
der Triebe und Dispositive. Barocke Worte für ein politisches Projekt, das
sich vom Marxismus absondert und den Sozialismus mit seinem Gefolge von
schlechtem Gewissen, Ressentiments und Moralismen auf den Müll wirft." (Bernard-Henry
Lévy)
69. Jean-François Lyotard
Das Patchwork der Minderheiten.
Für eine herrenlose Politik
Übers. von Clemens-Carl Härle
114 Seiten 5 EUR ISBN 3-920986-88-1 Berlin 1977
Lyotard schreibt über die Minderheiten, über das vielförmige und prekäre
Patchwork, das sie bilden. Er folgt ihren Listen und Finten, die die monotonen
und zentralisierten Räume verdrehen, ihren Bewegungen in der verzwickten
Zeit des Begehrens und schleicht sich mit ihnen in ökonomische, politische
Diskur-se ein, um Paradoxa zu installieren, die deren Ordnung und Logik
platzen lassen.
265. Thomas Macho
263. Lev Manovich
Black Box - White Cube
Aus dem Amerikanischen von Ronald Voullié und Tom Lamberty ca. 124 Seiten
ca. 9.80 EUR ISBN 3-88396-197-3 Berlin 2005
„Unter den verschiedenen Gegensatzpaaren, die die Kultur des zwanzigsten
Jahrhunderts strukturiert haben, findet sich auch der Gegensatz zwischen
Galerieraum und Kinosaal. Der eine gehörte der Hochkultur an, der andere
der Massenkultur. Unter dem ökonomischen Primat der Kunstproduktion – individuelle
Künstler erschaffen einzigartige Werke – haben die Künstler im zwanzigsten
Jahrhundert eine Menge Energie investiert, um damit zu experimentieren,
was alles im neutralen Setting des White Cube platziert werden könnte: Sie
sagten sich los vom flachen rechtwinkligen Rahmen, indem sie die dritte
Dimension eröffneten. [...] Mit anderen Worten könnte man sagen, dass in
der modernen Kunst sowohl das ‚physische Interface‘ als auch das ‚logische
Interface‘ des Kunstwerks nicht festgelegt waren, sondern für Experimente
freigegeben.“
193. Raoul Marek /
101.
H. W. Marquardt /
171. Brian Massumi
/
174. Gert Mattenklott /
265.
Friederike Mayröcker /
221. mediamorph
106. Minus Delta t Plus.
Das Bangkok-Projekt
112 Seiten mit 41 s/w Fotos. 6 EUR ISBN 3-88396-026-8 Berlin 1982
Dokumentation des Projekts der Gruppe Minus delta t, einen Stein von Europa
nach Asien zu reisen zu lassen. „Weiter treibt, rennt und rast, wen kein
Staat bindet. Rückhaltloses Werden, unterwegs zu neuen Formen, wird der
Künstler Nomade und die Kunst staatenlos. Die neue Heimat wird das Außenland
sein und es wird sein, was nicht bleibt.“ (Heidi Paris)
195. Riichi Miyake /
159.
Jasper Morrison /
157. Margaret Morse
104. Heiner Müller
Rotwelsch
206 Seiten 10 EUR ISBN 3-88396-024-1 Berlin 1982
„Berlin ist das Letzte. Der Rest ist Vorgeschichte. Sollte Geschichte stattfinden,
wird Berlin der Anfang sein.“ (Heiner Müller 1983 in dry) Eine Zusammenstellung
der abgelegenen, sonst kaum zugänglichen Gelegenheitsarbeiten Heiner Müllers.
Gelegentlich große Texte.
191. Heiner Müller
101. Wolfgang Müller
Geniale Dilletanten
Blixa Bargeld, Alexander von Borsig, Dagmar Dimitroff, Klaus Lauter, Klaus
Hoffmann, Michael Janick, D. Holland-Moritz, H. W. Marquardt, Mutfak, U.
Ohlinger, Thomas Schönball, MaLe, Nikolas Utermöhlen u.a.
Viele Abbildungen u. ausführliche Sach- u. Namensregister
127 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-88396-021-7 Berlin1982
"Die Texte, die in diesem Band versammelt sind, lassen sich nur mit den
besten Texten aus der Frühzeit der Neuen Deutschen Welle vergleichen ...
Da machen die 'genialen Dilletanten' weiter, nur daß sie eben nicht nur
Musiker sind, sondern auch Philosophen wie Wolfgang Müller, Literaten wie
Frieder Butzmann, Lyrikerinnen wie Gudrun Gut von
Malaria und Malerinnen
wie Tabea Blumenschein, die dem Bändchen einige sehr schöne Zeichnungen
beigefügt hat. Die genialen Dilletanten, also der Musikerkreis um die
Einstürzenden
Neubauten,
Die tödliche Doris und
Sprung aus den Wolken
gelten gemeinhin als dunkel, düster, aggressiv, todessehnsüchtig und superpessimistisch.
Und daß sie auch Humor haben, ohne billig zu sein oder sich zu verraten,
daß sie vor allem verstehen ihre Köpfe zu gebrauchen, kann man aus diesem
kleinen Bändchen ersehen, das sie selbst geschrieben haben." (W. Hagen,
SF-Beat)
305. Wörterbuch des Krieges /
Dictionary of WarHerausgegeben von Multitude e.v. und Unfriendly Takeover
Zweisprachige Ausgabe (Deutsch / Englisch).
ca. 240 Seiten ca. 16,80 Euro ISBN 978-3-88396-239-9
„Begriffe erschaffen heißt zumindest, etwas tun.“ Die Idee eines
Wörterbuchs des Krieges bezieht sich
zuerst auf die von Deleuze und Guattari vorgeschlagene Theorie der Begriffsbildung: Begriffe müssen
erfunden, erschaffen, hergestellt werden; Begriffe verweisen auf Probleme, ohne die sie keine Wirkung
entfalten könnten. Es geht um Polemik in mehrfacher Hinsicht: Zum einen um eine Streitkunst, die die
Auseinandersetzung mit einer Wirklichkeit sucht, die davon geprägt ist, Machtverhältnisse eher zu
verschleiern, je mehr über Krieg und Frieden geredet wird. Zum anderen gilt es auszumachen,
inwieweit Krieg als „Analysator von Machtverhältnissen“ (Foucault) taugen kann, die die gegenwärtigen
Umbrüche ausmachen.
Das
Wörterbuch des Krieges ist eine kollaborative Plattform zur Herstellung von Begriffen. Unter
www. woerterbuch deskrieges.de finden sich 100 Begriffe zum Thema Krieg dokumentiert, die in vier
öffentlichen, jeweils zweitägigen Veranstaltungen in Frankfurt, München, Graz und Berlin in
den vergangenen zwölf Monaten von Wissenschaftlern, Künstlern, Theoretikern und
Aktivisten gebildet, präsentiert und veröffentlicht wurden. Die Beiträge im vorliegenden
Band bilden eine eigenständige Ergänzung und Erweiterung dieser bereits erarbeiteten 100
Begriffe.
228. Shin Nakagawa
Kyoto - Klänge des Kosmos
Aus dem Jap. von Sabine Mangold und Nanae Suzuki
154 Seiten 12,50 EUR ISBN 3-88396-160-4 Berlin 2000
Klang im Rausch des Festivals, das Schallspektrum der Glocken, geschriebene
Klänge in der klassischen Literatur (z.B. in der Geschichte des Prinzen
Genji und im Kopfkissenbuch) - an solchen Beispielen beschreibt Nakagawa
eine Klangtopografie, in der die Geschichte und die Einzigartigkeit der
Stadt Kyoto, des ehemaligen Kaisersitzes, den Lesern vor Augen geführt wird.
Dabei werden die bislang in Europa eher unbekannten
Klänge Japans hörbar: die vom verfeinerten Gehör der Adligen vor 1000
Jahren gehörten Naturklänge, das nach den Himmelsrichtungen kunstvoll bestimmte
Klangsystem der Tempelglocken bis hin zum berauschenden Rhythmus der aufkommenden
unteren Gesellschaftsschicht. Die Klangreise Japans führt weiter durch die
Welt der Teezeremonie im Mittelalter hin zum traditionsreichen Ensemble
des Kyoto-Gion-Festivals von heute.
Shin Nakagawa, geboren 1951 in der Präfektur Nara, lebt als Musikwissenschaftler
in Kyoto, wo er an der staatlichen Universität der Künste lehrt. Neben Forschungstätigkeiten
in den Bereichen Ethno-Musik, Klang-Landschaft und Klangkunst leitet er
ein Gamelan-Orchester.
faz
perlentaucher /
206. Colon Nancarrow
226. Jean-Luc Nancy
Der Eindringling / L’Intrus. Das fremde Herz
deutsch / französisch
Aus dem Französischen von Alexander Garcia Düttmann
60 Seiten 7,50 EUR ISBN 3-88396-158-2 Berlin 2000
Der Philosoph Jean-Luc Nancy, spricht hier erstmals davon, wie er vor bald
zehn Jahren das Herz eines anderen erhalten hat.
Der Eindringling
beginnt mit einem Plädoyer für den Eindringling und dessen konstitutive
Fremdheit. Dann spricht er vom Herzen des anderen. "Man hat es mir eingepflanzt...
mein eigenes Herz war unbrauchbar geworden, aus einem Grund, der nie geklärt
wurde. Um leben zu können, mußte ich das Herz eines anderen erhalten. Welches
andere Programm kreuzte so die Bahn meines eigenen physiologischen Programms?"
"Ich bin die Krankheit und die Medizin, ich bin die kanzeröse Zelle und
das verpflanzte Herz, ich bin die das Immunsystem schwächenden Kräfte, ich
bin die Enden der eisernen Fäden, die meinen Brustkorb zusammenhalten und
die Einspritzöffnung, die für den Rest meines Lebens unterhalb meines Schlüsselbeins
angebracht ist, so wie ich früher bereits die Schrauben in meiner Hüfte
und die Platte in meinem After war. Ich verwandle mich in einen Androiden
der Science-Fiction oder in einen Scheintoten."
Jean-Luc
Nancy, 1940 geboren, ist Philosophieprofessor in Straßburg (gelegentlich
auch in Irvine, Berkeley, San Diego und Berlin), arbeitet mit Philippe Lacoue-Labarthe
für Theater und Rundfunk, hat an die 30 Bücher publiziert, die in viele
Sprachen übersetzt wurden.
sz
perlentaucher /
literaturkritik
/
171. Tonio Negri /
265. Peter Noever, Oswald Oberhuber; Hans-Ulrich Obrist /
194.
Luigi Nono /
193. Mary Oliver
234. Michel
Onfray
Theorie des verliebten Körpers
Für eine solare Erotik
Aus dem Französischen von Ronald Voullié
312 Seiten 20 EUR ISBN 3-88396-167-1 Berlin 2001
Es treten auf: monogame Elefanten, geile Hyänen, onanierende Fische und
alleinstehende Igel. Diese hedonistische Philosophie der Single-Erotik setzt
sich mit antiken Autoren und dem finsteren Einfluß der Kirchenväter auseinander.
Onfrays Plädoyer für eine solare, sprich strahlende Erotik ist die des Libertärs.
Er strebt nach der glücklichen Wollust der fröhlichen Libidos und macht
Schluß mit dem Phantasma des verschmelzenden Paares, das seit Aristophanes’
Erzählung von den zerschnittenen Kugelmenschen die sexuelle Geschichte des
Abendlandes vergiftet. Onfrays Frage lautet: Wie kann man frei bleiben in
einer Liebesbeziehung? Mit Sappho und Ovid optiert er für eine „libertäre
und egalitäre Praxis der Verführung“, die weder den „rechten“ Weg noch die
ihn säumenden finsteren Wälder kennt. Vielmehr ermöglicht sie ein gemeinsames
Dahinwandeln in der Helle des epikureischen Gartens.
sz
perlentaucher
216. Michel Onfray
Die Formen der Zeit.
Theorie des Sauternes
Aus dem Französischen von Markus Sedlaczek
127 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-148-5 Berlin 1999
"Onfray erzählt die Geschichte der Welt als Theorie des Sauternes-Weins.
Sechs Tage braucht er, um - analog zur biblischen Schöpfungsgeschichte -
von den Anfängen der Welt zur Weinprobe in die Gegenwart zu eilen ... Selten
hat über Wein nur zu lesen so viel Spaß gemacht. Michel Onfray ist ein würdiger
Nachfolger Platons, der in seinem Gastmahl das Saufgelage philosophisch
adelte." (Christian Jürgens,
Die Zeit)
faz
190. Brian O'Doherty
In der weißen Zelle. Inside the White Cube
Hrsg. von Wolfgang Kemp
Aus dem Amerikanischen von Ellen und Wolfgang Kemp
Nachwort von Markus Brüderlin
166 Seiten mit zahlreichen Abb. 12,50 EUR ISBN 3-88396-122-1 Berlin 1996
Inside
the White Cube, 1976 im Artforum als Artikelfolge erschienen und
verfasst von dem in New York lebenden irischen Künstler und Kritiker Brian
O'Doherty, ist eine der ersten Analysen der Bedeutung des Kontexts und institutionellen
Rahmens für die Kunst selber.
Nicht nur was sondern auch in welcher Galerie, wo, wie, wann ausgestellt
wird, ist in diesem Jahrhundert immer wichtiger geworden.
"Inside the White Cube ist eine brilliante Analyse des soziologischen, ökonomischen
und ästhetischen Kontexts, innerhalb dessen wir Kunst erfahren. O'Doherty
untersucht das kritische Verhältnis zwischen Kontext und Inhalt, und mit
Witz und Ironie stellt er den Mythos von der Neutralität des Museums- oder
Galerieraumes dar. Diese Essays markieren einen Wendepunkt in der Kunst-Wahrnehmung."
(Barbara Rose)
189. Jean Oury /
114. Mary Overlie; Charlemagne Palestine /
160.
Serge Pahaut /
178. Blaise Pascal
/
206. Harry Partch /
197.
James Pearson
279. Mario
Perniola
Wider die Kommunikation
Aus dem Italienischen von Sabine Schneider
ca. 144 Seiten ca. 12,00 EUR ISBN 3-88396-213-9 Berlin 2005
Kommunikation ist das Gegenteil von Wissen. Ideen steht sie feindselig gegenüber,
weil sie ihrem Wesen nach alle Inhalte zersetzt. Die Alternative heißt,
auf Erinnerung und Einbildungskraft bauen, auf interessierte Interesselosigkeit,
die nicht vor der Welt flieht, sondern diese bewegt.
Wider die Kommunikation ist der Versuch einer intensivierenden
Ästhetik. Mario Perniola will die Gefahr einer verallgemeinerten Kommunikation
aufdecken, die insbesondere dem demokratischen Universum eigen ist. Unter
dem Deckmantel demokratischer Fortschrittsideologie verbirgt sich die Nähe
der Kommunikation zu populistischem Obskurantismus.
Mario Perniola veröffentlichte auf deutsch
Der Sex-Appeal des Anorganischen
(Wien 1999),
Ekel (Wien 2003) und
Die Kunst und ihr Schatten
(Berlin 2003).
193. Mario Perniola
lettre
/
267. Jacqueline Pigeot /
146.
Philosophien der neuen Technologie /
178.
Platon; Plotin /
159. Platz machen
/
114. Police Band
309. Mario Perniola
Über das Fühlen
184 Seiten ca. 16,- Euro ISBN 978-3-88396
Aus dem Italienischen von Sabine Schneider.
„Es geht hier um eine Fragestellung, in der Ästhetik und Politik unlösbar miteinander verflochten sind und die sich ihrem Grundsatz nach und vereinfacht folgendermaßen formulieren lässt: wie löst sich der Konflikt zwischen dem Fühlen des individuellen Subjekts und der äußeren Welt? Muss die, in philosophischen Begriffen gefragt, lateinische
alienatio als eine
Entfremdung oder
Entäußerung gedacht werden? […] Meine Arbeit kann, anders gesagt, als allgemeines Schema einer historischen Anthropologie des Fühlens definiert werden.“
| Bürokratie (M. Weber) | Leben (Simmel) | Form (Worringer) |
| Ideologie (Marx) | Pathos (Hegel) | Herz (Kleist) |
| Markt (A. Smith) | Gefühl (Kant) | Sinn (Vico) |
| Politik (Hobbes) | Leidenschaft (Descartes) | Überschwenglichkeit (Gracián) |
Mario Perniola, Professor für Ästhetik an der
Università di Roma „Tor Vergata“, Gastprofessuren u.a. in Frankreich, Japan, Brasilien und den USA.
295. Andrew Pickering
Kybernetik und Neue Ontologien
Übersetzt von Gustav Roßler
184 Seiten 15 Euro ISBN 3-88396-229-5
ISBN NEU 978-3-88396-229-0
Experimente drehen Wissenschaftler, Maschinen, Elementarteilchen, Materialien,
Zahlen und Begriffe durch die Mangel der Praxis. Alle Teilnehmer an dieser
Veranstaltung agieren: ein „Tanz der Agenzien“, der keine Komponente unverändert
zurücklässt. Immer besteht das Ziel darin, etwas Neues, Unerwartetes, Zu-Künftiges
hervorzubringen. Laboratorien sind demnach Innovationsfabriken, Ereignis-Assemblagen.
Anders gesagt: die Mangel der wissenschaftlichen Praxis produziert neue
Ontologien. Sie schafft Cyborg-Welten, deren Botschaften noch lange nicht
entschlüsselt sind.
Andrew Pickering ist neben Bruno Latour einer der prominentesten Vertreter
der soziologisch und historisch orientierten Wissenschaftsforschung. Seine
erste Buchveröffentlichung war
Constructing Quarks (1984), eine
soziologische Geschichte der Elementarteilchenphysik. Der Band
Science
as Practice and Culture (1992, Hrsg.) trug entschieden zur praktischen
Wende in der Wissenschaftsforschung bei. In
The Mangle of Practice
(1995) wird das wissenschaftliche und technische Zusammenwirken von Mensch
und Maschine mit Deleuze und Guattari als Prozess heterogenen Werdens beschrieben.
Die in diesem Band versammelten Texte geben erstmals in deutscher Sprache
einen Einblick in die verschiedenen Facetten von Pickerings Werk:
- Die Mangel der Praxis
- Neue Ontologien
- Kybernetik und die Mangel: Ashby, Beer und Pask
- Eine Galerie von Monstren: Kybernetik und Selbstorganisation
239. Ulf
Poschardt
Über Sportwagen
157 Seiten 12 EUR ISBN 3-88396-172-8 Berlin 2002
Poschardts Text manövriert zwischen der Raserei auf der Autobahn und der
Landstraße und dem Stillstand im Museum oder der Garage. Die Fahrer von
Sportwagen werden gemustert, ebenso wie das Auftreten des Sportwagens in
Literatur, Kunst und Film. Dominant sind dabei die Praktiken der Flucht,
der Verfolgung, der Jagd, des Krieges, mit einem Wort: des Todestriebes.
Denn Sportwagen erziehen ihre Fahrer zu Erfüllungsgehilfen hemmungsloser
Raserei und zu Gläubigen eines Fetischs, dessen Schönheit nicht zuletzt
in seiner Gefährlichkeit gründet. Das einsame Rasen ist jedoch auch eine
Suche, denn der Beifahrersitz bleibt leer – freigehalten für die Erfüllung.
„Pflichtlektüre für jeden, der sich auf die linke Spur wagt.“ (Niklas Maak,
FAS)
160. Ilya Prigogine
220. QRT
Schlachtfelder der elektronischen Wüste
Schwarzkopf Schwarzenegger Black Magic Johnson
Hg. von Tom Lamberty und Frank Wulf 128 Seiten 9,50 EUR ISBN 3-88396-152-3
Berlin 1999
Die Figur des Helden im Zeitalter der Simulation. "So erwarten vielleicht
manche Leute, daß Schwarzenegger im nächsten Krieg mit an die Front zieht,
weil er doch der stärkste Mann ist; während andere den Golfkrieg für eine
Produktion von Warner Brothers oder Columbia Pictures halten."
QRT, i.e, Markus Konradin Leiner, 1965-1996, vorgängig Xponent der Generation
X, daneben Philosoph, Linguist, Soziologe und Kulturwissenschaftler.
virtuelle
textbaustelle /
links:
unten
222. QRT
Tekknologic Tekknowledge Tekgnosis.
Ein Theoremix Hg. von Tom Lamberty und Frank Wulf
143 Seiten 10 EUR ISBN 3-88396-154-X Berlin 1999
Ein Cut aus 13 apodiktischen Texten, die ihre Kraft aus dem Endspurtgefälle
des Jahrtausends generieren. Ein Setup von 13 Planetarien im Koordinatenfeld
von Psychophysik, Biokybernetik, Dekapitalistik, Kriminalstatistik und Pornomatographie.
Ein Scratch von 13 Dechiffrierungen aus der polymorphen globalen Dorfpost.
rezension.net
/
de:bug
QRT
Drachensaat. Der Weg zum nihilistischen Helden
Hg. von Tom Lamberty und Frank Wulf
gebunden 524 Seiten 35 EUR ISBN 3-88396-163-9 Berlin 2000
„Ein
glückliches Leben ist unmöglich: das höchste, was der Mensch
erlangen kann, ist ein
heroischer Lebenslauf.“ (Schopenhauer)
Kant, Hegel, Schopenhauer, Ruskin, Marx, Stirner, Burckhardt, Nietzsche,
Wagner, Chamberlain, Blavatsky, Weininger, Blüher, George, Ball, Spengler,
Rosenberg, Sombart, Jünger, Benn, Foucault ...
rezension.net
/
scheinschlag
292. Qrt
Zombologie
Teqste
Herausgegeben von Tom Lamberty und Frank Wulf
128 Seiten 10,80 Euro ISBN 3-88396-226-0 Berlin 2007
Qrt = Konradin Leiner (1965-1996)
" Mit Konradin ist der letzte männliche Namensträger der alten Konstanzer
Patrizierfamilie Leiner gestorben.“
[29.10.1996 Südkurier Konstanz]
Selektierte Teqste und Teqstfragmente zu einer Theorie der Gewalt, zum
Brechungswinkel des Realen, zu Drogen und Genußmitteln, zur Lexikologie
der Untoten, zu den Helden der Nachgeschichte.
„Materie wird durch das Leben zum Medium. Zwischen toten Materieobjekten
vermitteln Medien, lebende Materie ist selbst Medium. Medien sind operationale
Einheiten für Kommunikationsprozesse im weitesten Sinn.
Zwischen zwei kommunizierenden Einheiten liegt immer ein weiteres Medium
in der Differenz, es ist die Spur, der Abstand der Kommunikation.“